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Die globalen Aktienmärkte befanden sich in den letzten Wochen und Monaten in freiem Fall. Der deutsche Leitindex Dax verlor mehr als 15% bei vielen Aktien auch aus dem Gesundheitssektor wie zum Beispiel Fresenius SE waren die Verluste deutlich größer. In der Regel sind die Märkte der beste Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung,. Aus diesem Grund ist es gut möglich, dass wir bereits im ersten oder zweiten Quartal 2019, insbesondere wenn sich der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter fortsetzt, in eine rezessive Phase übergehen.

Was bedeutet eine Rezession für das Gesundheitswesen und für deren Hauptwirtschaftsmotor die Krankenhäuser. Generell wird die Gesundheitswirtschaft als krisensicher angesehen, nichtsdestoweniger werden auch hier Rezessionen spürbar. Hierbei ergeben sich aber nicht nur Risiken sondern auch herausragende Chancen, wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt.

Werfen wir einen Blick auf die Fakten. Die letzte Rezession in Deutschland von 2008 bis 2009 dauerte genau 12 Monate und war mit einem preisbereinigten Einbruch von mehr als 5% sehr heftig.


Quelle: Destatis

Auswirkungen auf die Gesundheitswirtschaft

Die sogenannten Primäreffekte der Rezession also der ausbleibende Konsum, setzen in der Tat der Gesundheitswirtschaft nicht stark zu, da Krankenhäuser, Ärzte und andere Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen mit ihren Kernleistungen davon nur marginal betroffen sind. Sehr wohl auch für die Gesundheitswirtschaft relevant sind die sog. Sekundäreffekte der Rezession. Diese sind z.B. die durch die steigende Arbeitslosigkeit geringeren Krankenkasseneinnahmen. Die Krankenkassen wiederum versuchen in der Folge härter mit den Krankenhäusern über deren Einahmen zu verhandeln. Dies kann in den Budgetverhandlungen sein, es können genauere Kontrollen der Leistungsabrechnung über den MDK sein usw. Darüber können Sekundäreffekte auch durch rückläufige Steuereinnahmen bei den Bundesländern resultieren. Diese wiederum sind zuständig für die Finanzierung der Krankenhausinvestitionen, was zu einer rückläufigen Investitionsquote führen kann. Auch die Angst vor Arbeitsplatzverlusten kann die Anzahl der Arztbesuch oder geplante elektive Krankenhauseingriffe, die nicht überlebensnotwendig sind, reduzieren. Die gesamten Sekundäreffekte sorgen für gewöhnlich dazu, dass die Rezession mit einer gewissen Zeitverzögerung sehr wohl auch im Gesundheitswesen zuschlägt und auch hier zu Verwerfungen führen kann.

Untenstehende Grafik zeigt, dass das Wachstum der Gesundheitsausgaben häufig mit einem Zeitversatz zu den Rezessionen zurückgeht.


Quelle Destatis, GBA

Chancen und Risiken

Worin liegen nun Chancen und Risiken für Krankehäuser und deren Teilbereiche. Das größte Risiko liegt aufgrund der oben aufgeführten Gründe in einem Einbruch der Umsatzerlöse. Geringere Patientenzahlen und die Eingriffe der Krankenkassen sind hierfür hauptverantwortlich. Das zweitgrößte Risiko könnte in einer zurückhaltenden Finanzierung von Investitionen von Seiten der Bundesländer bestehen.

Controlling als große Chance

Bereitet man sich auf diese Risiken vor, können aber auch die Chancen im Krankenhauswesen überwiegen. Ein großer Hebel, der in jeder Rezession an Wichtigkeit gewinnt, ist das Controlling.

  • Je transparenter die Leistungen eines Krankenhauses aufbereitet werden,

  • je genauer das Krankenhaus die Kostenstruktur variabler und fixer Kosten kennt ,

  • und je spezifischer das Leistungsspektrum analysiert werden kann,

desto besser und fundierter können Risiken vermieden werden.

Deshalb lautet mein Tip für Krankenhäuser: Wer sein Finanz-, Leistungs- und Medizincontrolling optimal vorbereitet, der braucht vor Rezessionen wenig Angst zu haben. Denn genauere Abrechnungsprüfungen der Krankenkassen werden dann keine Auswirkungen haben. Das spezifische Leistungsspektrum wird auch in der Rezession eine gleichbleibende Nachfrage aufweisen. Und eine transparente Kostenstruktur kann auf gewissen Kapazitätsschwankungen sehr gut angepasst werden.

Fazit: Rezessionen wirken sich auch auf das Gesundheitswesen aus. Mit intelligenten Controlling Instrumenten und einer gut strukturierten Transparenz können sich Krankenhäuser darauf aber sehr gut vorbereiten. Welche Controlling Strukturen unbedingt aufgebaut und vorgehalten werden müssen, behandeln wir in unserem nächsten Live-Webinar am 24.01.2018.


Jede Krise rückt das Controlling stärker in den Vordergrund


Jede Krise rückt das Controlling stärker in den Vordergrund


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