über das White paper

Das Verfahren neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der stationären Versorgung wird dargestellt und anschließend kritisch analysiert. 

summary

Der Aufsatz "Innovationen in der Krankenhausversorgung - NUB-Verfahren und Bewertungsmethoden" von Anja Hoffmann und Thomas Kersting beschäftigt sich mit dem NUB-Verfahren nach § 6 Abs. 2 KHEntgG. Die Autoren beschreiben das NUB-Verfahren, dessen Entwicklung sowie die Vorteile und Kritikpunkte.

 

INNOVATIONEN IN DER KRANKENHAUSVERSORGUNG

-

NUB-VERFAHREN UND
METHODENBEWERTUNG

 

Originalaufsatz: Innovationen in der Krankenhausversorgung - NUB-Verfahren und Methodenbewertung
Autor: Anja Hoffmann, Thomas Kersting
Veröffentlicht in: Marcet Access im Gesundheitswesen - Hürden und Zugangswege zur Gesundheitsversorgung
Seiten: 191 - 208
Zusammenfassung und Bewertung: Catharina Mai, BinDoc GmbH

 
KEY FACTS
Der Aufsatz "Innovationen in der Krankenhausversorgung - NUB-Verfahren und Bewertungsmethoden" von Anja Hoffmann und Thomas Kersting beschäftigt sich mit dem NUB-Verfahren nach § 6 Abs. 2 KHEntgG. Die Autoren beschreiben das NUB-Verfahren, dessen Entwicklung sowie die Vorteile und Kritikpunkte.

 

ZUSAMMENFASSUNG
Innovationen in der Krankenhausversorgung
In allen Bereichen der Wirtschaft werden neue Entwicklungen als Innovationen bezeichnet. Unter
Innovationen versteht man planvolle Erneuerungen von Produkten und Prozessen mit dem Ziel der
Verbesserung von bereits Bestehendem oder der Schaffung von etwas vollständig Neuem. Innovationen sollten bezüglich ihres Nutzens stets mit einem Mehrwert einhergehen. Im Bereich der medizinischen Innovationen findet die Bewertung des Mehrwertes insbesondere anhand der Patientensicherheit und der Wirksamkeit statt. Medizinische Innovationen werden unter dem Begriff "Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden" - kurz NUB - zusammengefasst.
 
Finanzierung von medizinischen Leistungen im Krankenhaus
Generell basiert die Krankenhausfinanzierung in Deutschland auf dem dualen Prinzip. Die voll- und
teilstationären Leistungen werden über Fallpauschalen, sogenannte Diagnosis Related Groups
(DRG) finanziert. Dabei führt das InEK jährlich die Kalkulation der DRG-Fallpauschalen auf Basis der
Ist-Kosten einer Stichprobe von deutschen Krankenhäusern durch. Diese retrospektive Kalkulationsmethodik erschwert eine zeitnahe Berücksichtigung von neuen, kostenintensiven Leistungen. Um diese Problematik zu umgehen, wurden unter anderem NUBEntgelte im Finanzierungssystem implementiert. NUB umfassen dabei nur diejenigen Leistungen, welche weder mit den DRG-Fallpauschalen noch mit Zusatzentgelten sachgerecht vergütet werden, also sowohl Arzneimittel als auch Methoden. Die NUB werden jährlich individuell zwischen den Krankenhäusern und den Kostenträgern verhandelt und unterliegen dabei weder dem Minder- noch dem Mehrausgleich.
 
Neue Untersuchungs- und Behandlunsgmethoden in der stationären Versorgung
Erbringt ein Krankenhaus eine neue Untersuchungs- und Behanldungsmethode, welche nicht über
das DRG-System abgedeckt wird, so kann dieses beim InEK eine NUB-Anfrage nach § 6 Abs. 2
KHEntgG einreichen.

Jährlich muss jedes Krankenhaus für jede infrage kommende NUB bis zum 31. Oktober eine NUB-Anfrage per Datenportal an das InEK übermitteln. Das InEK entscheidet bis zum 28. Februar aufgrund der vorliegenden Informationen, ob das anfragenden Krankenhaus die Voraussetzungen zur Vereinbarung eines NUB-Entgeltes erfüllt. Die Entscheidung wird in Form von vier Stati ausgedrückt, siehe Abb. 1.
Lediglich wenn ein anfragendes Krankenhaus den Status 1 erhält, ist dieses dazu ermächtigt Verhandlungen über ein NUB-Entgelt zu führen. Stellen mehrere Krankenhäuser einer Antrag zu einer NUB, so bündlt das InEK diese Anfragen und vergibt pro NUB einen Status, welcher die Gültigkeit von einem Jahr hat.
 
 
Entwicklung des NUB-Verfahren
Bei der Einführung des NUB-Verfahrens 2005 reichte eine geringe Anzahl an Krankenhäusern eine
sehr hohe Anzahl an NUB-Anfragen ein. Es zeigt sich, dass insbesondere die Größe und Versorgungsstufe eines Krankenhauses entscheidend für die Bedeutung von NUBs ist. Das Interessse am NUB-Verfahren steigt mit der Größe des Krankenhauses, so sind insbesondere Universitätskliniken, Maximalversorger und Krankenhäuser mit mehr als 600 Betten an NUBVerfahren interessiert. Im laufe der Jahre hat sich gezeigt, dass NUB-Anfragen für Verfahren mehrere Jahre hintereinander eingereicht werden und somit eine hohe Persistenz aufweisen. Erstmalige Antragsstellungen hingegen sind mit nur 10,6 % (2017/2018) als eher gering zu bewerten. Arzneimittel stellen unter den NUB-Anfragen den größten Anteil dar und werden auch häufiger mit dem Status 1 beschieden. Gründe hierfür können die hohen Arzneimittelpreise sowie deren eindeutige Zuordenbarkeit innerhalb der DRG-Kalkulationssystematik sein. Die Verhandlung der NUB-Entgelte gilt neben dem umfangreichen Vorbereitungs- und Einreichungsprozess als schwierig, wird allerdings immer aussichtsreicher. Lag die Wahrscheinlichkeit eine NUB-Anfrage mit Staus 1 auch erfolgreich zu verhandeln im Jahr 2006 noch bei 53%, so sind die Erfolgsaussichten im Jahr 2015 bereits auf 77% gestiegen. Eine sich entwickelnde Routine sowie die Einführung der Regelung im Jahr 2009, dass NUB-Entgelte auch unabhängig vom Erlösbudget verhandelt werden können, sind mögliche Gründe für die gesteigerte Erfolgsrate.
 
Vorteile des NUB-Verfahren
Seit der Einführung des NUB-Verfahren im Jahr 2005 hat es sich gut etabliert und hat insbesondere
bei großen Krankenhäusern an Bedeutung gewonnen. NUB-Anfragen welche den Staus 1 erhalten haben werden im Folgejahr automatisch auf die Möglichkeit zur Integration in das DRG-System geprüft und somit trägt das NUB-Verfahren zur Weiterentwicklung das DRG-Systems bei. Darüber hinaus ist auch die Tatsache, dass NUB vom Erlösbudget losgelöst vereinbart werden können, ein wesentlicher Faktor, der den Einsatz von Innovationen befördert.
 
Kritik am NUB-Verfahren
Der größte Kritikpunkt am NUB-Verfahren bezieht sich auf ineffektive und intransparente Prozesse
im InEK. Darüber hinaus beklagen Krankenhäuser die hohen Aufwände, welche sich durch die jährliche
Antragsstellung und die Mehrfach- bzw. Wiederholungsanträge ergeben. Auch wird von den Krankenhäusern eine einheitliche zentrale Vergütung für positiv beschiedene NUB gefordert, welche die derzeitigen dezentralen Vergütungsvereinbarungen ablöst. Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Pflicht des InEK negativ beschiedene NUB-Anfragen zu begründen. Aber auch die Tatsache, dass bei Verhandlungen zu NUB-Entgelten auch Methoden mit Status 1 durch die Kostenträger abgelehnt werden, trifft auf Widerspruch.
 
Schlussbetrachtung
Insgesamt hat sich das NUB-Verfahren seit seiner Einführung im Jahr 2005 im deutschen Gesundheitswesen gut etabliert. Trotz einiger Kritikpunkte und Verbesserungsmöglichkeiten bietet
es die Möglichkeit der temporären Finanzierung von neuen und innovativen Leistungen, welche im Vergütungssystem noch keine Berücksichtgung finden.
 
 
 

BINDOC WHITE PAPER

Eines unserer Ziele bei BinDoc ist es den Krankenhaus- und Gesundheits-markt transparent für die Analyse zu machen. Hierbei setzen wir auf umfangreiche Datenakquisition, die intelligente Aufbereitung dieser Daten und die Transformation von theoretischem Wissen zu innovativen Tools für die Praxis. Genau an diesem Punkt setzen wir mit unseren White Papern an und stellen werthaltige Inhalte kostenlos, kurz & prägnant zur Verfügung, um eine nachhaltige Transformation von Wissen in die Praxis zu ermöglichen!

LinkedIn
YouTube
Xing