über das White paper

Anhand eines vereinfachten Fallbeispiels wird das fallmixorientierte Controlling umgesetzt und anschließend die Optimierungpotenziale abgeleitet. Die aufgezeigte Gewinnmaximierung wird anschließend kritisch gewürdigt und hinsichtlich der Übertragbarkeit auf den Krankenhaussektor diskutiert.

summary

Der ökonomische Erfolg eines Krankenhauses ist neben der Fallzahlsteigerung auch von der Auswahl des Fallportfolios abhängig. Das fallmixorientierte Controlling soll Krankenhäuser bei der Berechnung eines optimalen Fallportfolios unterstützen, um somit Verluste zu minimieren und den Deckungsbeitrag zu maximieren. Beim fallmixorientierten Controlling wird ein optimales Fallportfolio ermittelt, welches Kapazitätsengpässe und begrenzte Ressourcen berücksichtigt, um so den Gewinn des Krankenhauses zu maximieren.

FALLMIXORIENTIERTES CONTROLLING

 
Originalaufsatz: Fallmixorientiertes Controlling
Autor: Saskia-Lana Leicht
Veröffentlicht in: Controlling im Krankenhaus - Das Zusammenspiel von Werten, Prozessen und Innovationen, 2019 Seiten: 213-234
Zusammenfassung: Catharina Mai, BinDoc GmbH
 

KEY FACTS

In ihrem Artikel "Fallmixorientiertes Controlling" untersucht Saskia-Lana Leicht die Anwendbarkeit des in der Industrie bereits angewandten fallmixorientierten Controlling auf den Krankenhausbereich. Anhand eines vereinfachten Fallbeispiels wird das fallmixorientierte Controlling umgesetzt und anschließend die Optimierungpotenziale abgeleitet. Die aufgezeigte Gewinnmaximierung wird von Leicht anschließend kritisch gewürdigt und hinsichtlich der Übertragbarkeit auf den Krankmenhaussektor diskutiert.

ZUSAMMENFASSUNG

Einführung und Zielsetzung
Der ökonomische Erfolg eines Krankenhauses ist neben der Fallzahlsteigerung auch von der Auswahl des Fallportfolios abhängig. Das fallmixorientierte Controlling soll Krankenhäuser bei der Berechnung eines optimalen Fallportfolios unterstützen, um somit Verluste zu minimieren und den Deckungsbeitrag zu maximieren. Beim fallmixorientierten Controlling wird ein optimales Fallportfolio ermittelt, welches Kapazitätsengpässe und begrenzte Ressourcen berücksichtigt, um so den Gewinn des Krankenhauses zu maximieren. Das Ziel liegt dabei nicht in der reinen Mengenausweitung durch Fallzahlsteigerung, von Fällen mit dem höchsten Deckungsbeitrag, sondern vielmehr in einer simultanen Betrachtung von Engpasskapazitäten und begrenzter Ressourcen.
Fallmixorientiertes Controlling - ein Fallbeispiel
Ausgangssituation
Im Fallbeispiel wird lediglich eine Fachabteilung untersucht, welche jeweils 20 Fälle in nur vier unterschiedlichen Fallklassen erbringt. Dem Szenario werden folgende Kapazitätsengpässe unterstellt:
  • OP
  • Betten
  • Arbeitszeit Ärztlicher Dienst und Pflegedienst
  • Verhandeltes Budget
Ergebnisanalyse
Die berechneten Ergebnisse zur Fallmixoptimierung sind in untenstehender Tabelle dargestellt. Zudem ist in dieser Tabelle die Ausgangssituation in wenigen Kennzahlen zusammengefasst dargestellt.
Es ist zu erkennen, dass eine Fallzahlausweitung durch eine Optimierung der Ressourcenverteilung möglich ist. Darüberhinaus konnte der Deckungsbeitrag insgesamt von 130.000€ auf 264.000€ erhöht werden. Diese Ergebnisoptimierung konnte durch eine Fallzahlverschiebung erreicht werden. In der Ausgangssituation wurde jede Fallklasse behandelt, wohingegen in der optimierten Soll-Situation lediglich noch zwei Fallgruppen behandelt werden. Es fällt auf, dass neben der Fallklasse mit dem negativen Deckungsbeitrag (Fallklasse 2) auch die Fallklasse 4 mit dem höchsten Deckungsbeitrag eliminiert wird.

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Übertragbarkeit auf das Krankenhaus - kritische Würdigung
Durch das fallmixorientierte Controlling konnte die exemplarische Fachabteilung die Gewinne steigern und sich auf die Fallklassen spezialisieren, welche unter Berücksichtigung der gegebenen Engpässe zu einem optimalen wirtschaftlichen Ergebnis führen. Nun soll kritisch reflektiert werden, ob die Ergebnisse des fallmixorientierten Controlling im Krankenhaus umsetzbar sind bzw. welche möglichen Konflikte in Erscheinung treten:
grafik-png-3Versorgungsauftrag
Jedes Krankenhaus hat einen Versorgungsauftrag und darf aufgrund dessen keine Patienten ablehnen. Aus diesem Grund ist die radikale Spezialisierung auf ein bestimmtes Patientengut nicht bzw. nur in Absprachen mit den Kostenträgern und den anderen Krankenhäusern durchführbar.
grafik-png-3Umfassende Datengrundlage
Die Durchfürhung eines fallmixorientierten Controllings setzt eine umfassende Datengrundlage voraus, welche derzeit in den wenigsten Krankenhäusern verfügbar ist. Neben den Daten aus der Kostenträger- und Deckungsbeitragsrechnung sind Daten zum Ressourcenverbrauch sowie zur Behandlungszeit und Verwaltungsaufwand unverzichtbar.
grafik-png-3Komplexität
Bei der exemplarischen Berechnung handelt es sich um ein sehr komprimiertes Beispiel, welches in der Realität so nicht zu finden ist. Die Genauigkeit der Berechnung hängt im Wesentlichen von der Datengenauigkeit ab, dies wiederum zieht einen erheblichen Datenerhebnungs- sowie Berechnungsaufwand mit sich.

 

Abschließend wird deutlich, dass die Adaption des fallmixorienterten Controllings auf den Krankenhausbereich mit erheblichem Aufwand in Verbindung steht, welcher von den wenigsten Krankenhäusern in Deutschland geleistet werden kann. Dennoch ist die Autorin davon überzeugt, dass sich mit dem fallmixorientierten Controlling der Optimierungsgedanke aus der Industrie nach und nach im Gesundheitswesen ansiedeln wird.

 

 

BINDOC WHITE PAPER

Eines unserer Ziele bei BinDoc ist es den Krankenhaus- und Gesundheits-markt transparent für die Analyse zu machen. Hierbei setzen wir auf umfangreiche Datenakquisition, die intelligente Aufbereitung dieser Daten und die Transformation von theoretischem Wissen zu innovativen Tools für die Praxis. Genau an diesem Punkt setzen wir mit unseren White Papern an und stellen werthaltige Inhalte kostenlos, kurz & prägnant zur Verfügung, um eine nachhaltige Transformation von Wissen in die Praxis zu ermöglichen!

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